Aufbau einer Berufsschule in Nkpor, Nigeria
Im Anschluss an unser erfolgreich ausgeführtes Projekt in Nkpor, Anambra State, Nigeria im letzten Jahr (siehe letzte Rundbriefe) haben wir uns bei action five entschlossen, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen: Die Errichtung einer Berufsschule, ebenfalls in Anambra State, Nigeria. Unser Ziel ist es, den Jugendlichen des Bezirks Idemili eine Perspektive zu bieten.
Der Aufbau einer Berufsschule bietet ein enormes Potential und würde einen erheblichen Entwicklungsschub in die Region bringen. Andererseits ist es aber auch ein für die Verhältnisse von action five sehr großes und ehrgeiziges Vorhaben. Für die Finanzierung sind wir daher auf finanzielle Hilfe des Bundesministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) angewiesen. Wir haben nun einen Beschluss gefasst, ein solches "BMZ-Projekt" in Angriff zu nehmen. Das BMZ fordert vom Antragssteller sehr genaue Informationen über das Projekt, so dass für uns viel Arbeit entsteht. Außerdem müssen wir einen erheblichen finanziellen Eigenanteil einbringen, was ebenfalls eine Herausforderung für uns sein wird. Insgesamt betrachtet verfügen wir aber über viel Erfahrung, gute Kontakte und sehr motivierte Vereinsmitglieder, so dass wir optimistisch sind, nach längerer Zeit mal wieder ein solches Großprojekt erfolgreich abschließen zu können.
Das Projektkonzept basiert auf einem Projektantrag unserer Partnerorganisation in Nigeria. Er wurde von unserem Mitglied Timothy Chukwukelu vorgestellt, der selbst aus der Region in Nigeria stammt. Der Projektantrag hat uns vor Augen geführt, mit was für einer schwierigen Lage die Jugendlichen im Südosten Nigerias konfrontiert werden. Sie leiden darunter, dass die Bewohner der Biafra-Region von den anderen Regionen marginalisiert und bedroht werden. Es gibt keine funktionierende Infrastruktur, die den Jugendlichen die Chance auf eine gute Ausbildung bieten kann. Die Jugendlichen erhalten von staatlicher Seite keine Unterstützung darin, sich aus der Abhängigkeit zu befreien und wirtschaftlich auf eigenen Beinen stehen zu lernen.
Als Folge davon ergibt sich eine ganze Anzahl sozialer Probleme: bewaffnete Raubüberfälle, Drogenmissbrauch und -handel sowie Menschenhandel und Prostitution junger Mädchen. Von den sogenannten "baby factories in Nigeria" wurde vor kurzem in den internationalen Medien berichtet. Viele Jugendliche versuchen aus den ländlichen Regionen zu fliehen mit dem Ziel nach Europa zu kommen. Dieses gefährliche Abenteuer führt nicht selten zu einem tödlichen Ende auf hoher See.
Unser Ziel ist es, das Potential dieser Jugendlichen anzusprechen und zu nutzen. Wir möchten ihnen einen Zugang ermöglichen zu dieser konstruktiven und vor Ort erarbeiteten Form der Entwicklung. Sie werden die Möglichkeit bekommen, nutzbare Fähigkeiten zu erlernen, eine Arbeit zu finden und sich selbst und ihre Familien zu ernähren. Sie leisten so einen Beitrag zur Entwicklung ihres Landes, statt den riskanten Traum einer Flucht nach Europa zu verfolgen.
Es ist unser Ziel, diesen Jugendlichen eine Möglichkeit zu geben sich in ihrer Heimat zu entwickeln, ihnen eine Orientierung zu bieten, ihr Selbstbewusstsein zu stärken und damit den Massenexodus aufzuhalten. Wir möchten eine Perspektive bieten und die Grundlage schaffen für sichere Arbeitsplätze, um die Ursachen der Armut effektiv zu bekämpfen. Dies wird ein Beitrag von uns zur Erreichung der Millenniums Entwicklungsziele der Vereinten Nationen sein.
Die offizielle Inbetriebnahme des Trainingszentrums am 17. Juli 2010:









