After-School-Programme im Norden von Namibia

 

Namibia, im Südwesten Afrikas gelegen, hat mit ca. 824.000 km2 mehr als die doppelte Fläche von Deutschland, aber nur ca. 2 Millionen Einwohner.

In Namibia sind viele Völker vertreten,z.B. Owambos, Hereros, Damara, Namas, San und Nachfahren von Buren und von Deutschen.

Die Owambos allein machen über die Hälfte der Bevölkerung aus.

Seit 1990 ist Namibia unabhängige Republik. Die Hauptstadt ist Windhoek. Stärkste Partei ist mit großer Mehrheit die SWAPO (South West Africa People’s Organization). Der erste Präsident Namibias war von 1990 bis 2005 Sam Nujoma, der neue Präsident ist seit 2005 Hifikepunye Pohamba.

Namibia ist ein politisch stabiles Land. Mit einem durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von umgerechnet ca. 120 Euro pro Monat gehört Namibia nicht zu den sehr armen Ländern Afrikas. Jedoch ist Namibia weltweit das Land mit der ungleichmäßigsten Einkommensverteilung. Die Arbeitslosenquote beträgt ca. 40 %, viele Menschen leben in absoluter Armut. Über die Hälfte der Arbeitsplätze sind in der Landwirtschaft. Besonders die Viehwirtschaft (Rinder, Schafe) ist ein wichtiger Wirtschaftszweig. Bergbau (Diamanten, Uran), Tourismus und Fischerei sind andere wichtige Wirtschaftszweige in Namibia.

Große Probleme in Namibia sind HIV/AIDS (ca. 20 % der erwachsenen Namibier sind HIVpositiv), Armut und fehlende (Aus-)Bildung. Die große Zahl von HIV/AIDS-Betroffenen hat zu einer großen Zahl von Waisenkindern geführt, die teils von erwachsenen Verwandten (z.B. Großmüttern), teils von den älteren Geschwistern aufgezogen werden („child-headed households“). Der durch Krankheit oder frühen Tod bedingte Ausfall der Generation im erwerbstätigen Alter hat viele Familien in Armut gestürzt. Von den nur 2 Millionen Einwohnern Namibias lebt fast die Hälfte (44 % - fast ausschließlich Owambos) im ländlich geprägten zentralen Norden. Dort in Ohangwena Region, der ärmsten Region Namibias, liegt auch das von action five unterstützte Projekt.

Seit April 2009 unterstützt action five das After- School-Programm der Nichtregierungsorganisation Ohangwena Regional Youth Cultural Group mit 430,- Euro monatlich. Die Nichtregierungsorganisation hilft 5 – 17-jährigen bedürftigen Schülerinnen und Schülern (insbesondere Waisenkindern und Kindern aus von HIV/AIDS betroffenen Familien).

Diese Hilfe geschieht durch:

- Beratung und ggf. Weiterleitung zur Hilfe bei Anträgen auf staatliche Unterstützung

- Hausaufgabenbetreuung und Nachhilfe an 5 Tagen pro Woche und Versorgung mit Schulmaterialien

- Förderung der Kinder bei sportlichen und künstlerischen Aktivitäten (z.B. Fußball, Volleyball, Netzball, Theaterstücken, Musik, Zeichnen, Gedichte-Schreiben)

- Wöchentliche Suppenküche für bedürftige Kinder.

In den Schulferien werden Kinder geschult im Wissen über

- Gefahren von Drogen- und Alkoholmissbrauch

- Vermeidung von HIV-Infektionen und von Teenager- Schwangerschaften.

 

Bisher konnten 180 Waisenkinder und bedürftige Kinder von 5 Schulen mit Hausaufgabenhilfe und sportlichen Aktivitäten gefördert werden. An der Suppenküche nehmen 80 Kinder teil. Die 16 im Projekt aktiven Mitglieder der Ohangwena Regional Youth Cultural Group gehen diesen Tätigkeiten ehrenamtlich nach. Das Bildungsministerium von Ohangwena Region hat die Aktivitäten des After-School-Programms ausdrücklich autorisiert und gefördert dadurch, dass die Räumlichkeiten der Schulen zur Verfügung gestellt werden. Die Stadtverwaltung von Eenhana, der Regionalhauptstadt von Ohangwena Region, hat das Projekt unterstützt, indem ein Feld zur Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung gestellt wurde.