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Trinkwasserprojekt im Norden von Benin

Gemeinsam mit der Stiftung Ein Körnchen Reis hat Action five e.V. im Mai 2024 ein Trinkwasserprojekt im trockenen Norden von Benin finanziert. Ich war die Kontaktperson. In den 90er Jahren während meines Studiums war ich aktives Mitglied bei action five e.V. Seit 2001 arbeite ich beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Über zehn Jahre davon habe ich als Referentin für Entwicklungszusammenarbeit an den deutschen Botschaften in Mali und zuletzt in Benin gearbeitet.

Ich kenne die örtlichen Initiatorinnen des Trinkwasserprojektes schon seit 2011. Bemerkenswert fand ich, wie sie uns bei der Vorbereitung des Projektes, Bohrung des Tiefbrunnens und Beobachtung der Effekte der neuen Trinkwasserverfügbarkeit eingebunden haben. Per WhatsApp waren wir über die vielen tausend Kilometer fast live dabei – mittels Nachrichten, Fotos und kurzer Videos. So dürfte z.B. zu Beginn die lautstarke Bohrung in der Dunkelheit der ganzen Gegend signalisiert haben, dass etwas im Gange ist. Die Wassertanks wurden in Affenbrotbäumen platziert, das spart die Kosten für Wassertürme. Anfang Januar 2025 kam dann ein Video von einem Dankestänzchen für Action five e.V. und die Stiftung Ein Körnchen Reis  aus dem Dorf. Ihr seid für die Menschen in Koussou mehr als anonyme  Geldgeber im fernen Europa, dem man bei Projektende die Abrechnung schickt. Alle Mitglieder und Spender*innen dürfen teilhaben an den Veränderungen, die Ihr ermöglicht!

Wasser ermöglicht nun auch mehr wirtschaftliche Tätigkeiten. Seitdem es ganzjährig Wasser gibt, wurde mit anderen Unterstützern Vieh angeschafft sowie Fortbildungen zu Imkerei, Pilzanbau und Sojaverarbeitung angeboten. Perspektivisch denken die Leute an Gemüseanbau und Fischzucht.

 

2. Folgeprojekt: Gemüsegarten im Norden von Benin                                   
 

 

Erinnert Ihr Euch? 2024 hatte action five gemeinsam mit der Stiftung „Ein Körnchen Reis“ ein Trinkwasserprojekt im Dorf Koussogou im trockenen Norden von Benin finanziert. Das Wasser möchten die Leute nun auch für wirtschaftliche Tätigkeiten nutzen. 2025 haben wir daher mit 3.250 € einen Zaun für einen Gemüsegarten finanziert.

Die Maschendrahtrollen wurden geliefert und liegen vor einer Tatasomba, einem Haus in traditioneller Lehmbauarchitektur dieser Gegend.

Interessant finde ich wieder den guten Austausch darüber, wie die dauerhafte Nutzung des Gartens mit lokalen Lösungen sichergestellt werden kann. Das Stück Land beim Brunnen gehört natürlich jemandem. Der Eigentümer stellt es den Frauen zur Verfügung, die traditionell für häuslichen Gemüseanbau verantwortlich sind. Aber wie absichern, dass der Eigentümer das durch die Einzäunung aufgewertete Stück Land nicht wieder zur eigenen Nutzung zurückverlangt und die Finanzierung durch action five ihre Gemeinnützigkeit verliert? Empfänger ist ja der Frauenverein. Die Gemeindeverwaltung wies darauf hin, dass Papier geduldig und eine traditionelle Zeremonie sozial verpflichtender sei. Also gab es eine Zeremonie unter Leitung des örtlichen Brauchtumschefs, in der der Eigentümer sich vor der gesamten Dorfbevölkerung dazu verpflichtete, der Frauengruppe das Stück Land dauerhaft zur Verfügung zu stellen. Und das wurde in einem Protokoll besiegelt.

Außerdem haben wir uns hier in Deutschland gewundert, dass für den Zaun sehr viel Zement benötigt wurde. Brauchen wir bei unseren Zäunen doch gar nicht, haben wir gedacht. Aber der Gemüsegarten muss gut abgesichert werden gegen das Eindringen von Hühnern und Kleinvieh, die sich in der Trockenzeit auf jedes Grün stürzen möchten. Die „glücklichen“ Tiere laufen frei herum, um sich ihr Futter selbst zu suchen, anstatt teures Futter für sie kaufen zu müssen. Verwendet wurde ein Maschendrahtzaun, der ebenfalls lokal hergestellt wurde.

Nun sind wir gespannt, ob die Rechnung aufgeht und in ein paar Monaten erfolgreich geerntet werden kann! Diese Förderung der Eigenproduktion ist in diesem Landesteil besonders wichtig, weil er vom Überschwappen des Terrorismus aus dem Sahel bedroht ist. 

 

Übrigens hätte die Frauengruppe am liebsten auch gleich eine stärkere Pumpe für den höheren Wasserbedarf beantragt, aber dafür fehlte uns zu dem Zeitpunkt das Geld und wir wollten auch sehen, wie die wirtschaftlichen Aktivitäten anlaufen. Mal sehen, vielleicht folgt eine Fortsetzung in einem der nächsten Rundbriefe.

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