Kaule – Agroforstwirtschaft in Nepal 
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Seit März 209 fördert action five ein Landwirtschaftsprojektin Nepal.

Nepal liegt zwischen den beidenGroßmächten Indien und China und erstreckt sichentlang des südlichen Teils des Himalaja Massivs. Das Dorf Kaule befindet sich im Zentrum von Nepal im Okharpuwa Verwaltungsdistrikt.

Die Menschen leben hier von der Landwirtschaft. Sie betreiben überwiegend Monokulturen auf kleinen künstlich angelegten Terrassen. Der Terrassenanbau in seiner jetzigen Form führt zu ernsthaften ökologischen Problemen wie Erderosion, Wasserverschmutzung und einem Rückgang der Biodiversität.Durch den bei Monokulturen stärkeren Schädlingsbefall und durch die geringe Größe der Terrassen ist das Einkommen der Landwirte sehr gering.

Bereits 1994 bot ein nepalesischer Biologe den Landwirten von Kaule Material und Schulungen an, um die so genannte Agroforstwirtschaft zu erlernen. Agroforstwirtschaft ist ein alternatives Anbausystem, das auf regionalspezifischen Mischkulturen basiert. Auf einer Agroforstwirtschaft- Farm wächst eine große Menge unterschiedlicher Pflanzenarten. Darunter befinden sich Nahrungspflanzen, Heilpflanzen und Pflanzen, die zu religiösen Zwecken verwendet werden, in Kombination mit verschiedenen Baumarten. Die Agroforstwirtschaft ist eine weitgehend vergessene, traditionelle Anbauart, die zurzeit in vielen Gegenden der Welt wieder eingeführt wird.

Sie erhält die biologische Vielfalt und ermöglicht den Landwirten, das ganze Jahr über die unterschiedlichen Pflanzen zu ernten. Außerdem wird bei einem Schädlingsbefall einer Pflanze nicht die gesamte Ernte vernichtet. Nach ca. dreijähriger Umstellung kann sich ein stabiles Anbausystem durchsetzen und es können höhere Erträge erzielt werden. Das Einkommen und der Lebensstandard der Landwirte kann somit verbessert werden.

Ein Landwirt, Jush Ram Tamang, und seine Familie haben damals durchgehalten, bis das neue System selbstständig lief. Diese betreiben bis heute Agroforstwirtschaft und haben mittlerweile ein deutlich höheres Einkommen als ihre Nachbarn und ihre älteste Tochter kann an der Universität in Kathmandu studieren.

Die Landwirte, die heute den Erfolg ihres Nachbarn sehen, sind nun sehr motiviert, diese Methode künftig ebenfalls anzuwenden. Der deutsche Verein Kaule e.V. möchte Ihnen dies mit dem Projekt Kaule ermöglichen. Unter der Leitung von Alina Schick, die Agrarwissenschaften studiert und die die Ergebnisse des Projekts in ihrer Dissertation auswerten wird, werden nun fünfzehn Bauern mit zusammen 3,5 ha Land an dem Projekt teilnehmen. Dazu benötigen sie Materialien und Schulungen, die ihnen durch lokalen Kooperationspartner zur Verfügung gestellt werden sollen. Ziel ist es, den Landwirten Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten und langfristig weitere Landwirte in benachbarten Gebieten für die neue Wirtschaftsmethode zu gewinnen.

Die derzeitigen Projektteilnehmer sollen dabei nicht nur als Vorbild dienen, sondern ihre Kenntnisse und Erfahrungen aktiv weitergeben.

Das Projekt Kaule ist auf drei Jahre angelegt. action five fördert es im ersten Jahr mit 2.800 Euro. Die Weiterförderung wird von der Entwicklung und dem Erfolg des Projekts abhängen.