Schulprojekt in Hanoi (Vietnam)

Ziel dieses Pilotprojektes ist es, die Bildungsmöglichkeiten und damit eng verbunden den Lebensstandard der Einwohner, in einem Armenviertel von Hanoi zu verbessern. Die vietnamesische Organisation CEFACOM ist hierzu der ideale Partner, da diese bereits in vielen anderen Projekten Erfahrung gesammelt hat und vor Ort in Hanoi ansässig ist. CEFACOM hat als NGO ein gutes Verhältnis zur vietnamesischen Regierung. Dies ist recht selten und enorm wichtig, da im kommunistisch regierten und von Korruption betroffenen Vietnam Anerkennung seitens der Regierung und gute persönliche Kontakte zu Regierungsmitgliedern Voraussetzung für eine erfolgreiche Projektdurchführung sind.

 

 Das Projekt besteht aus verschiedenen Teilkomponenten, von denen der Schulunterricht von 6- bis 17jährigen Kindern die zentrale Komponente darstellt. Viele der im Armenviertel lebenden Kinder und Jugendliche können die staatlichen Schulen nicht besuchen. Sie müssen die Familie finanziell durch verschiedenste Tätigkeiten (u.a. auch Prostitution und Drogenhandel) unterstützen, sind mittlerweile zu alt, haben die staatliche Schule vorzeitig abgebrochen oder besitzen keine (für den Schulbesuch notwendige) Geburtsurkunde. Jährlich werden nun acht bis zehn solcher Kinder und Jugendliche von einer Lehrkraft unterrichtet, wobei der individuelle Lehrplan für jedes Kind anhand von verschiedenen Lernstandsermittlungen entworfen wird. Dies und die Unterstützung bei der Ausstellung von Geburtsurkunden wird den Kindern im Idealfall bereits nach einem, wenn nötig auch nach mehreren Jahren gezielter Förderung eine Eingliederung in das staatliche Schulsystem bzw. für die älteren Jugendlichen in eine Berufsschule ermöglichen. Der Unterricht wird in einem gemieteten Gebäude stattfinden.

 

Dieses Gebäude wird gleichzeitig zum Zentrum des Projekts werden, eine kleine Bibliothek mit Schulbüchern und Informations- und Bildungsmaterial enthalten, der Bevölkerung offen stehen und ebenfalls Ausgangspunkt für die weiteren Aktivitäten des Projekts sein.

 

Ein Sozialarbeiter wird zusammen mit einer Kerngruppe von Kindern alle zwei Wochen zweistündige "Life-Skill"-Kurse für 100 Kinder und Jugendliche anbieten. Des Weiteren sollen 50 Kinder und Jugendliche Berufsberatung erhalten und in diversen Kursen gewisse handwerkliche Fertigkeiten (z.B. Blumen-, Kartenherstellung) erlernen. 200 Eltern, insbesondere Frauen, sollen regelmäßig über Kinderrechte, gute Erziehung, Kindermisshandlung und Gesundheit (u.a. HIV/Aids) informiert werden. Hierfür wird neben dem Sozialarbeiter ein weiterer Mitarbeiter für die Gesundheitserziehung eingestellt. Außerdem sollen die bereits existierenden allgemein gehaltenen Informationsbroschüren von UNICEF und "Save the Children" (USA) an die vietnamesischen Verhältnisse angepasst und anschließende publiziert, in der Bibliothek ausgelegt und verteilt werden.

 

Es wird ein sogenanntes "Education Committee" aus fünf bis sieben Mitgliedern gebildet, die sowohl im Armenviertel leben, viel Erfahrung mit dem Umgang und der Arbeit mit Kindern haben und Akzeptanz genießen als auch freiwillig und mit Einsatz für das Projekt arbeiten möchten. Da dieses Komitee aus dem Armenviertel stammt und somit direkten Kontakt zur Bevölkerung hat, kann es leichter Kinder identifizieren, die für den Schulbesuch in Frage kommen, im Drogenhandel verwickelt oder von der Prostitution betroffen sind oder missbraucht werden. Sie werden als Vermittler und Kontaktpersonen zwischen der Bevölkerung und den Projektmitarbeitern fungieren. Die Komiteemitglieder erhalten einen fünftägiges Trainingsseminar vor Beginn ihrer Arbeit. In einem monatlichen Treffen des Komitees mit den Projektmitarbeitern und CEFACOM-Personal werden der Projektfortschritt, neue Erfahrungen und Erlebnisse sowie Schwierigkeiten besprochen.

 

Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt und wird von CEFACOM und action five finanziert. action five unterstützt das Projekt im ersten Jahr mit 9.500 Euro, wobei 1.000 Euro aus einer hierfür bestimmten Einzelspende stammen. Unser Beitrag fließt in die Gehälter für den Lehrer und den Sozialarbeiter, die Gebäudemiete, den Bücherkauf, Unterrichtsmaterialien und die für die verschiedenen Kurse benötigten Materialien. action five wird alle sechs Monate einen Projektbericht erhalten und auf Basis des ersten Jahresabschlussberichts über eine Förderung des zweiten Jahres entscheiden.

 

Das Projekt wurde vor Antragstellung bei action five bereits mit den örtlichen Behörden abgestimmt und soll nun durch eine erfolgreiche Umsetzung die aktive Unterstützung der Behörden gewinnen. Die Vision von CEFACOM ist es, dass dieses Projekt zu einem Pilotprojekt wird, welches ins staatliche Bildungsprogramm integriert und ebenfalls in anderen sozial benachteiligten Regionen durchgeführt wird.