Bildungszentrum in Tsagaandelger (Mongolei)
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Tsagaandelger ist ein Dorf mit ca. 1000 Einwohnern in der Provinz Dundgovi in der Mongolei. Die Mongolei ist der flächenmäßig zweitgrößte Binnenstaat der Welt. Doch obwohl die Mongolei viereinhalb Mal so groß ist wie Deutschland, leben hier nur 2,9 Millionen Menschen (MNSO ,2014). 40% von ihnen (MNSO, 2013) wohnen in der Hauptstadt Ulaanbaatar. Die Migration in die Hauptstadt ist ein immer weiter fortschreitender Prozess, da die Beschäftigungsmöglichkeiten und die Lebensqualität in der weiten Steppe und teilweise Wüste des Landes gering sind. Auf dem Land leben die Menschen überwiegend als Nomaden von der Viehhaltung, weil die Bodenqualität und das Klima für Ackerbau ungeeignet sind.

Vor diesem Hintergrund möchte das Projekt mit einem Bildungszentrum dazu beitragen, den Lebensstandard der Menschen im Dorf Tsagaandelger (ca. 180 km süd-östlich der Hauptstadt) vor Ort zu erhöhen. Die Planung und Durchführung der Veranstaltungen im Bildungszentrum übernimmt eine Koordinatorin, die von Balja, unserer action-five Mitarbeiterin aus der Mongolei, ausgewählt wurde. Die Koordinatorin ist Lehrerin an der örtlichen Schule und wird von ihren Kollegen und anderen Dorfbewohnern unterstützt. Die Räumlichkeiten für das Bildungszentrum wurden von einem Dorfbewohner gegen eine eher symbolische Miete zur Verfügung gestellt. Es gibt einen Raum zum Spielen und einen Bibliotheks- und Computerraum. Die Dorfbewohner haben ihr neues Zentrum gemeinschaftlich renoviert und gestaltet.

Das Bildungszentrum ist ein Ort, an dem Kinder ihre Freizeit verbringen können – insbesondere die Kinder, die im Wohnheim der Schule wohnen. Das Zentrum ist mit Computern ausgestattet und stellt somit eine wichtige Vernetzungs-, Kommunikations- und Informationsmöglichkeit für die Dorfbewohner dar. Es bietet Jugendlichen und anderen Dorfbewohnern die Chance, die Nutzung des Computers zu erlernen. Nach der Schule können die Kinder im Zentrum spielen, Kunst- und Werkkurse besuchen und am Computer arbeiten.

Darüber hinaus versucht das Projekt, einigen Dorfbewohnern mit geringem Einkommen zu besseren Arbeitsplatzchancen zu verhelfen. Für sieben Personen wurde ein Filz-Handarbeitsworkshop angeboten und fünf von ihnen haben neue Arbeitsplätze gefunden. Die Filzproduzenten können einen Teil des Bildungszentrums nutzen und haben vor, ihre Filzarbeiten auszuweiten.

Balja hat zum Start des Projekts eine Umfrage unter den Dorfbewohnern durchgeführt und diese nach Kurswünschen befragt. Das Ergebnis zeigt, wie wichtig das Zentrum ist: Die Dorfbewohner wünschen sich Angebote von Freizeitaktivitäten bis hin zu Lehrerschulungen. Das Projekt versucht daher, zusätzliche Kurse mit der Hilfe von Freiwilligen anzubieten, die ihre Kenntnisse in kurzen Aufenthalten in Tsagaandelger an die Dorfbewohner weitergeben. Ein Ärzteteam kommt in Abständen mit entsprechender Ausrüstung für Gesundheitskurse nach Tsagaandelger. Zudem hat das Projekt eine Partnerschaft mit einer Schule in der Hauptstadt Ulaanbaatar begonnen. Qualifizierte Lehrer der Schule in Ulaanbaatar haben drei Fortbildungen für die Lehrer und zwei für die Dorfbewohner in Tsagaandelger durchgeführt, die sehr großen Anklang gefunden haben. An der letzten Fortbildung nahmen bereits vier weitere Dorfschulen aus dem Umland teil. Die Schuleiter der fünf Dorfschulen sind daran interessiert, die Fortbildung regelmäßig und reihum in ihren Schulen zu veranstalten.

Action five hat das Projekt „Bildungszentrum“ in Tsagaandelger drei Jahre lang gefördert. Im Jahr 2012 hat action five das Projekt mit 6.470 Euro unterstützt. Nach den erfreulichen Berichten über den Projektfortschritt hat action five für das Jahr 2013 eine Förderung in Höhe von 5.940 Euro und für das Jahr 2014 von 4.710 Euro beschlossen. Die Dorfbewohner und Schulkinder wollen die Aktivitäten des Bildungszentrums weiterführen. In den Rundbriefen 2/12, 3/12 und 3/14 berichteten wir über das Projekt.